Microsoft ION-Beta auf dem Bitcoin Server

Letzten Mittwoch hat Microsoft eine Betaversion des ION-Netzwerks vorgestellt, eines bei Bitcoin verankerten Netzwerks, das eine dezentralisierte digitale Identität ermöglicht. Die Technologie zielt darauf ab, den Benutzern die Kontrolle und Verwaltung ihrer Online-Identität zu ermöglichen, die Verbreitung von Konten zu verhindern und vor Verletzungen der Privatsphäre zu schützen.

Im vergangenen Jahr kündigte Microsoft erstmals das Open-Source-Projekt Identity Overlay Network (ION) an. Seitdem hat das Team nicht mehr still gesessen, als es am Mittwoch die Beta im Bitcoin-Netzwerk startete. Interessierte Parteien können ION im Hauptnetz testen, digitale Identifikatoren (DID) erstellen und über einen ION-Knoten im Netzwerk veröffentlichen oder Daten von einem anderen ION-Knoten anfordern.

Die Beta ist ein wichtiger Meilenstein im Entwicklungsprozess und wird voraussichtlich einige Monate dauern. Danach soll im Herbst die erste echte Version des ION-Netzes in Betrieb gehen. Weitere Informationen über die Beta und die ersten Schritte können in einem Blogbeitrag des ION-Teams nachgelesen werden.

Dezentralisierte digitale Identität

ION ist ein in der Bitcoin-Blockkette verankertes Netzwerk mit dem Ziel, eine dezentralisierte digitale Identität zu ermöglichen, bei der die Benutzer ihre eigenen persönlichen Daten und ihre eigene Identität besitzen. Dies sollte Lösungen für die vielen Probleme wie BitQT bieten, die derzeit die digitalen Identitäten plagen.

Beispielsweise haben die Menschen mit einem fragmentierten Durcheinander von Benutzerkonten bei allen möglichen Unternehmen und Dienstleistern zu kämpfen, und oft können sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Unternehmen und Dienstleistungsanbieter sagen, dass sie sich für die Privatsphäre ihrer Nutzer einsetzen, aber regelmäßig im Zusammenhang mit großen Datenmengen und anderen Verletzungen der Privatsphäre in Streit geraten. Die zentrale Speicherung von Personendaten erweist sich für Hacker immer wieder als sehr attraktiv; die Daten von Millionen von Menschen wurden bereits erfasst.

Darüber hinaus sind die Nutzer in der Regel von (dem Fortbestand des) Dienstanbieter(s) abhängig, der der tatsächliche Eigentümer der Konten ist. Der Dienstanbieter kann daher eine Zensur anwenden oder sogar Konten ganz auflösen. Die Nutzer haben kaum Macht in ihren Händen.

Mit BitQT würde dies anders funktionieren: eine dezentralisierte digitale Identität, mit der Sie sich überall einloggen können, statt unzähliger. Persönliche Daten werden verschlüsselt gespeichert, zum Beispiel über das Interplanetary File System (IPFS) oder auf Ihrem eigenen Server. Auf der Bitcoin-Blockkette wird nur ein Digital Identifier (DID) registriert, so dass die Daten mit Ihrer Identität verknüpft werden können. Die ION-Knoten des ION-Netzwerks sorgen für die gegenseitige Kommunikation.

Wenn jemand über das ION-Netzwerk um Erlaubnis für (einen Teil) Ihrer persönlichen Daten bittet, können Sie diese durch Unterzeichnung mit Ihrem privaten Schlüssel erteilen. Auf ähnliche Weise können Unternehmen und Institutionen die Daten überprüfen. Auf diese Weise behalten die Anwender selbst die Kontrolle über ihre Daten in unabhängiger Weise, und es kann verhindert werden, dass Unternehmen über mehr Daten verfügen, als sie tatsächlich benötigen.

Möchten Sie mehr wissen?
Möchten Sie mehr über Microsofts ION-Projekt erfahren? Lesen Sie die Beta-Ankündigung oder besuchen Sie die Website der Digital Identity Foundation. Das Projekt ist quelloffen, so dass Sie den Fortschritt über Github verfolgen oder Ihren eigenen Beitrag leisten können.

In einem früheren Interview mit Bitcoinmagazine.com erklärte der ION-Projektleiter Daniel Buchner, warum er sich für Bitcoin entschieden hat. Sein Interview im Podcast What Bitcoin Did ist ebenfalls sehr interessant.